Gott verdammt noch mal!

Ich kann Joachim Phönix net leiden, ich finde, dass der Joker keinen eigenen Film gebraucht hätte, da er als anonymer Psychopath viel interessanter wirkt und ich hab‘ pauschal etwas gegen Filme/Dinge die von der breiten Masse schon im Voraus gehyped werden, bevor sie überhaupt jemand gesehen hat. Wenn ein Film im Vorfeld aber von „progressiven“ Hipstern verteufelt wird und sich gleichzeitig auf IMDB von 9.1 auf 8.9 Punkten bei knapp 300k Bewertungen einpendelt, kann man wohl doch mal einen Blick riskieren. Auch wenn man das Ding eigentlich pauschal nicht mögen mag.

Dann sitz‘ ich also im Kino und denke mir von der ersten Minute, bis zum Ende „Mann, scheiß die Wand an! Das Ding is’n Brett“. Ich vertrete zwar nicht die Meinung, dass Heath Ledger’s Joker unantastbar sei und auf keinen Fall neu und anders interpretiert werden sollte, aber der schwule Cowboy hat das damals schon recht solide gemacht. Und trotzdem, oder vielleicht grade deswegen, hat mir Phönix’s Darbietung extrem gut gefallen.

Was mir aufgefallen ist, ist dass Vadder Wayne deutlich anders dargestellt wird, als in den vorherigen Filmen. In denen wurde er bisher meist als Local Hero und Wohltäter gefeiert, dem ist hier nicht so.
Ob man damit erzielen wollte, dem Joker mehr Sympathiepunkte auf’s Konto zu schreiben, oder um einfach mal was Neues auszuprobieren, darf spekuliert werden.

Der Soundtrack. Scheiß mich an, was ein Brett. Der absolute Hammer! Mit einem weniger packenden Score wäre das Ganze sicherlich immer noch ein guter Film, aber die Musik hebt die Nummer auf ein völlig anderes Level. Ü-ber-ra-gend!

Mit der Kameraführung bin ich zwar nicht durchgehend konform, aber das Setting und Editing hauen das soweit raus, dass ich damit leben kann.

Was der Film mit Gesellschaftskritik, Rassismus, Veganern, Feministen und sonstigem Dünnpfiff zu tun haben soll, oder eben auch nicht, könnt Ihr so ziemlich jeder anderen „Kritik“ im Interweb entnehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Abgesehen von kleineren Logikfehlern- absolut sehenswertes Kino! Einer der großen Favoriten dieses Jahres ( Le Mans ’66, 1917 und der Ire stehen ja noch an). Irgendwelche irrelevanten Auszeichnungen wie Oscars etc. dürfte der Film aber sicherlich eintüten können. Und wenn es nur für den Soundtrack ist.

Pluspunkte:
– Atmosphäre
– Cinematography
– Soundtrack!
– Schauspielerische Leistung
– Gesellschaftskritisch
– Solides Skript
– Deutlich besser, als der Trailer vermuten lässt
– 100 % Überzeuger

Abzüge:

– Aus einem 6 schüssigem Revolver 8 oder 9 Schüsse, ohne nachzuladen, abzugeben.
– Der Film hätte auch „Taxidriver 2- Cabby loses it“ heißen können
– Das Altersverhältnis zwischen Bruce und Joker stimmt nicht, um in den Storyverlauf der anderen Filme zu passen.


8.5 / 10 gelungenen Witzen.

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